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Christoph Brinke – Vertrieb, Marketing, KI, Automation

KI · Ratgeber · KI-Verordnung

Inhalte einer KI-Schulung: Was nach Art. 4 KI-Verordnung hineingehört

Die KI-Verordnung schreibt keinen Lehrplan vor. Trotzdem gibt es Inhalte, ohne die eine KI-Schulung ihren Zweck verfehlt. Ich zeige sieben Bausteine, wer welche braucht und was du getrost weglassen kannst.

Gesetz und BehördenSieben BausteineNach RolleÜbungenWas weg kann

Welche Inhalte muss eine KI-Schulung nach Art. 4 haben?

Die KI-Verordnung schreibt keine festen Inhalte vor. Nach Art. 3 Nr. 56 geht es um Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis, um KI sachkundig einzusetzen und Chancen, Risiken und mögliche Schäden zu kennen. Die EU-Kommission nennt als Mindestfragen das Verständnis von KI, die Rolle des Unternehmens, die Risiken und zugeschnittene Maßnahmen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt drei Stufen.

Wer nach „KI Pflichtschulung“ sucht, findet Kursangebote mit sehr unterschiedlichen Inhalten. Mal geht es zwei Stunden um die Geschichte der KI, mal um fünfzig Tricks für bessere Eingaben, mal um Paragrafen. Ob ein Kurs zum Betrieb passt, lässt sich so kaum beurteilen. Dabei gibt es klare Anhaltspunkte, was hineingehört, und die meisten davon haben mit deinem eigenen Alltag zu tun.

In diesem Beitrag geht es um die Inhalte. Ob die Pflicht dich betrifft und wie du sie dokumentierst, steht im Ratgeber zur KI-Schulungspflicht nach Art. 4. Wann eine Auffrischung fällig ist, erklärt der Ratgeber KI-Schulung wiederholen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Veröffentlicht am 26. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · Autor: Christoph Brinke · Alle Blogbeiträge

Ich verkaufe keine KI, ich verkaufe Veränderung.
Christoph Brinke

Rechtslage

Was Gesetz und Behörden zum Inhalt sagen

Art. 4 der KI-Verordnung verlangt seit der Neufassung durch die Verordnung (EU) 2026/1744 Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz. Einen Lehrplan enthält er nicht. Was KI-Kompetenz ist, steht in Art. 3 Nr. 56: die Fähigkeiten, die Kenntnisse und das Verständnis, um KI-Systeme sachkundig einzusetzen und sich der Chancen und Risiken von KI und möglicher Schäden bewusst zu werden. Daraus folgt schon viel: Es geht um Anwendung und Urteilsvermögen, nicht um Technikwissen um seiner selbst willen.

Die EU-Kommission nennt in ihren Fragen und Antworten Schritte, die Unternehmen mindestens bedenken sollten: ein allgemeines Verständnis davon, was KI ist und welche KI im Unternehmen genutzt wird, die eigene Rolle als Entwickler oder Nutzer, die Risiken, die Mitarbeiter kennen sollten, und darauf zugeschnittene Maßnahmen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt einen Aufbau in drei Stufen: grundlegendes Verständnis von Daten und KI, dann die Rolle der Organisation, die eingesetzten Systeme und ihre Risiken, dann rollenspezifische Trainings. Sie betont, dass diese Inhalte weder verpflichtend noch abschließend sind.

  • ✓Kein Lehrplan im Gesetz
  • ✓Maßstab: sachkundig einsetzen, Risiken kennen
  • ✓Drei Stufen nach Bundesnetzagentur

Bausteine

Sieben Bausteine einer KI-Schulung

Aus diesen Vorgaben und aus dem, was in Betrieben tatsächlich mit KI passiert, habe ich sieben Bausteine abgeleitet. Jeder hat ein Lernziel, das sich in einem Satz prüfen lässt.

  1. 01

    So arbeitet ein Sprachmodell

    Ziel: Jeder kann erklären, warum eine KI überzeugend falsche Antworten geben kann. Sprachmodelle berechnen wahrscheinliche Fortsetzungen, sie schlagen nicht nach. Daraus folgen erfundene Quellen, falsche Zahlen und veraltetes Wissen.

  2. 02

    Unsere Werkzeuge

    Ziel: Jeder weiß, welche KI-Werkzeuge im Betrieb freigegeben sind und wofür. Dazu gehören auch KI-Funktionen in vorhandener Software, etwa in Bürosoftware oder Telefonanlage. Was nicht freigegeben ist, wird nicht beruflich genutzt.

  3. 03

    Daten

    Ziel: Jeder kann für eine Information entscheiden, ob sie in ein KI-Werkzeug darf. Kundendaten, Gesundheitsdaten, Personaldaten und Geschäftsgeheimnisse brauchen klare Regeln. Eine einfache Daten-Ampel hilft, sie steht im Ratgeber KI-Richtlinie für Mitarbeiter.

  4. 04

    Prüfen

    Ziel: Jeder prüft KI-Ergebnisse, bevor sie den Betrieb verlassen. Namen, Zahlen, Daten, Zusagen und Quellen werden gegengecheckt. Wer ein Ergebnis weitergibt, verantwortet es, egal wer es geschrieben hat.

  5. 05

    Recht im Alltag

    Ziel: Jeder kennt die Regeln, die ihn direkt betreffen. Dazu gehören der Datenschutz, die Vertraulichkeit gegenüber Kunden und die Kennzeichnung: Interagieren Kunden direkt mit einer KI, etwa in einem Chat oder am Telefon, müssen sie das nach Art. 50 der KI-Verordnung erfahren.

  6. 06

    Rollenwissen

    Ziel: Jeder kann die KI in seiner eigenen Aufgabe sicher einsetzen. Wer Angebote vorbereitet, braucht anderes Wissen als die Person, die Bewerbungen sichtet oder Rechnungen ausliest. Hier liegt die dritte Stufe der Bundesnetzagentur.

  7. 07

    Üben und melden

    Ziel: Jeder hat die Werkzeuge an echten Fällen aus dem Betrieb ausprobiert und weiß, wem er einen Fehler meldet. Ohne Übung bleibt alles andere Theorie.

Rollen

Welche Bausteine wer braucht

Nicht jeder braucht alles in derselben Tiefe. Die Bausteine eins bis fünf und sieben sind für alle, die beruflich mit KI arbeiten, einschließlich Aushilfen und externer Kräfte, die deine Werkzeuge nutzen. Baustein sechs wird je Rolle zugeschnitten. Die Person am Empfang, die mit KI Mails vorsortiert, braucht eine halbe Seite Regeln. Wer mit KI Bewerbungen sichtet, braucht deutlich mehr, denn hier geht es um Personaldaten und um Entscheidungen über Menschen.

Für Inhaber und Führungskräfte kommt ein Teil dazu, der in Kursen oft fehlt: Wer gibt neue Werkzeuge frei? Wer pflegt die Werkzeugliste? Wer entscheidet, wenn jemand ein neues Programm ausprobieren will? KI-Kompetenz in der Führung heißt vor allem, diese Fragen beantwortet zu haben. Wie man KI im Betrieb so einführt, dass sie im Alltag bleibt, beschreibt der Ratgeber KI einführen.

  • ✓Bausteine 1 bis 5 und 7 für alle
  • ✓Baustein 6 je Rolle
  • ✓Führung: Freigabe und Zuständigkeiten

Übungen

Übungen statt Folien

Der wirksamste Teil einer Schulung sind Übungen mit Material aus dem eigenen Betrieb. Drei Übungen empfehle ich für jede Schulung, weil sie die wichtigsten Bausteine an echten Fällen prüfbar machen.

  1. 01

    Fehler finden

    Die Teilnehmer bekommen eine KI-Antwort zu einer Frage aus dem Betrieb, in der ein Fehler steckt, etwa eine falsche Zahl oder eine erfundene Vorschrift. Wer ihn findet, hat Baustein eins verstanden.

  2. 02

    Daten sortieren

    Zehn Beispiele aus dem Alltag, vom Lieferantennamen bis zur Krankmeldung. Jeder sortiert sie in grün, gelb und rot: darf rein, nur in freigegebene Werkzeuge, darf nie rein. Die Diskussion über die Grenzfälle ist der eigentliche Lerneffekt.

  3. 03

    Eigene Aufgabe

    Jeder löst eine echte Aufgabe aus seinem Alltag mit dem freigegebenen Werkzeug und beschreibt, wie er das Ergebnis geprüft hat. Das zeigt, wo die Regeln im Alltag halten und wo nicht.

Weglassen

Was nicht in die Schulung gehört

Vieles, was in KI-Kursen Zeit kostet, hilft im Betrieb nicht. Die Geschichte der KI von den Fünfzigerjahren bis heute ist interessant, aber sie macht niemanden sicherer im Umgang mit seinem Werkzeug. Listen mit Dutzenden Werkzeugen, die im Betrieb niemand nutzt, lenken ab. Und Schulungen, die vor allem mit Bußgeldern Angst machen, erreichen das Gegenteil: Die Leute nutzen KI heimlich, statt Fragen zu stellen.

Auch ein Zertifikat ist kein Inhalt. Die Bundesnetzagentur stellt klar, dass die KI-Verordnung keine Zertifizierungspflicht für Schulungen vorsieht. Wer eine Bescheinigung möchte, kann sie nehmen. Entscheidend ist, dass die sieben Bausteine zum tatsächlichen Einsatz im Betrieb passen.

  • ✓Keine KI-Geschichte
  • ✓Keine Werkzeuglisten ohne Bezug
  • ✓Keine Angstmache
  • ✓Kein Zertifikat nötig

Nachweis

Die Inhalte festhalten

Die Bundesnetzagentur empfiehlt, Art, Umfang und Teilnehmer jeder Maßnahme zu dokumentieren. Für die Inhalte reicht es, je Schulung die behandelten Bausteine aufzuschreiben, mit den Beispielen, die ihr verwendet habt. So sieht man später, wer welche Bausteine kennt und wo bei einer Auffrischung angesetzt werden muss.

Meinen eigenen Nachweis habe ich mit dem Kurs zum EU AI Act beim IMB.Berlin begonnen, abgeschlossen am 23. September 2025 mit Bescheinigung zur KI-Kompetenz nach Art. 4. Der Kurs hat mir den rechtlichen Rahmen gegeben. Die Bausteine zwei bis sieben lassen sich aber nur mit den eigenen Werkzeugen und Fällen füllen, und das gilt für jeden Betrieb. Im AI-Ready-Check schauen wir auch darauf, wo dein Team bei diesen Bausteinen steht.

  • ✓Behandelte Bausteine je Schulung
  • ✓Verwendete Beispiele mit ablegen
  • ✓Grundlage für die Auffrischung

Quellen

Quellen und Stand

Keine Rechtsberatung: Dieser Ratgeber gibt die Rechtslage nach den genannten Quellen mit Stand 26. Oktober 2026 wieder. Die sieben Bausteine sind meine Gliederung aus der Praxis, keine gesetzliche Vorgabe. Für die Bewertung deines Einzelfalls wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

Christoph Brinke, Autor

Über den Autor

Christoph Brinke

Ich war über 15 Jahre in der Kfz-Branche, als Lackierer, als Kfz-Sachverständiger und auf der Seite, die Aufträge verteilt. Heute baue ich KI für inhabergeführte Unternehmen und empfehle nur, was ich selbst gebaut habe.

Gelernter Fahrzeuglackierer, Kfz-Sachverständiger · Weiterbildung: IHK AI Practitioner · KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung (IMB.Berlin, 2025) · Claude Code Masterclass (Everlast, 2026)

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zu den Inhalten einer KI-Schulung

Was muss eine KI-Schulung nach Art. 4 enthalten?

Feste Inhalte schreibt die KI-Verordnung nicht vor. Maßstab ist die Begriffsbestimmung in Art. 3 Nr. 56: KI sachkundig einsetzen und Chancen, Risiken und mögliche Schäden kennen. Die EU-Kommission empfiehlt, mindestens das Verständnis von KI, die Rolle des Unternehmens, die Risiken und darauf zugeschnittene Maßnahmen zu bedenken.

Muss die KI-Schulung auf unsere Werkzeuge zugeschnitten sein?

Die Verordnung verlangt keinen bestimmten Zuschnitt, aber sie nennt Einsatzkontext und Vorkenntnisse als Maßstab. Eine Schulung, die die eigenen Werkzeuge, Daten und Aufgaben behandelt, erfüllt diesen Zweck besser als ein allgemeiner Kurs. Gut ist eine Mischung: Grundlagen von außen, Werkzeuge und Übungen mit eigenen Fällen.

Wer darf eine KI-Schulung im Betrieb durchführen?

Das legt die KI-Verordnung nicht fest. Die Bundesnetzagentur nennt interne und externe Maßnahmen als gleichwertig und sieht keine Zertifizierungspflicht vor. Eine erfahrene Kollegin kann Werkzeuge und Regeln erklären, für Grundlagen und Recht kann ein externer Kurs sinnvoll sein. Wichtig ist, dass der Inhalt zum Einsatz passt.

Muss eine KI-Schulung rechtliche Themen behandeln?

Die Kommission ermutigt dazu, rechtliche und ethische Aspekte aufzunehmen, schreibt es aber nicht vor. Sinnvoll ist das Recht, das den Alltag betrifft: Datenschutz, Vertraulichkeit und die Kennzeichnung nach Art. 50, wenn Kunden direkt mit einer KI interagieren. Eine Vorlesung über die gesamte Verordnung braucht kaum ein Mitarbeiter.

Brauchen Führungskräfte andere Inhalte als Mitarbeiter?

Zusätzliche. Neben den Grundlagen geht es um Verantwortung: Wer gibt Werkzeuge frei, wer pflegt die Werkzeugliste, wer entscheidet über neue Anwendungen und wer prüft, ob die Regeln eingehalten werden. Ohne diese Antworten bleibt jede Schulung der Mitarbeiter ohne Rahmen.

Der erste Schritt

Wo steht dein Team bei KI?

Im AI-Ready-Check schauen wir in 60 Minuten auf Prozesse, Daten, Technik und Organisation. Du siehst danach, welche Werkzeuge im Alltag laufen und welche Bausteine einer Schulung bei dir zuerst dran sind. Keine Rechtsberatung, sondern ein klarer Blick von außen.

Christoph Brinke – Inhalte einer KI-Schulung
Christoph Brinke, Elchingen bei Ulm